Mit digitalen Technologien gegen den Coronavirus

Der Coronavirus hält zur Zeit den gesamten Globus in Atem. Ausgehend von der Wuhan-Region in China hat sich die Pandemie mittlerweile auf alle Kontinenten verbreitet. Im Ursprungsland gehen die Neuinfektionen mittlerweile zurück, in Europa steigt die Zahl der Betroffenen täglich, vor allem in Norditalien – vor den Toren Tirols. Die Verunsicherung bei der Bevölkerung ist groß und das Thema ist plötzlich auch im Bezirk Kitzbühel hochbrisant. Die rasante Ausbreitung sollte angesichts unserer global-vernetzten Welt, in der täglich Millionen Menschen von Kontinent zu Kontinent reisen, nicht verwundern. Die mittlere Ausbreitungsgeschwindigkeit von Epidemien in der heutigen Zeit liegt in etwa bei 250-400 Kilometer pro Tag. Als Vergleich: Die Pest breitete sich im 14. Jahrhundert mit einer mittleren Ausbreitungsgeschwindigkeit von 3-5 Kilometer pro Tag aus. Einen wesentlichen Beitrag zur Analyse der Ausbreitung und zur Bekämpfung des Virus leisten digitale Technologien.

Bereits am 31. Dezember warnte das kanadische Gesundheitsunternehmen Bluedot seine Kunden vor dem Ausbruch eines Grippe-Virus im chinesischen Wuhan (Hauptstadt der Provinz Hubei). Das war 9 Tage früher als die WHO die erste offizielle Meldung bekannt gab! Das kanadische Unternehmen schaffte das mit Hilfe von Algorithmen, die im Internet Nachrichtenartikel, Forenbeiträge, Blogs, Ticketdaten von Fluggesellschaften sowie Berichte über Tiererkrankungen auf der Suche nach Epidemien durchforstet. Hier kommt das Schlagwort „Big Data“ zum Einsatz. Durch die immer besser werdenden Rechenleistungen lassen sich mittlerweile große Datenmengen immer noch schneller und effizienter auswerten. Gepaart mit künstlicher Intelligenz können gewisse Tendenzen und Vorhersagen stichhaltig getroffen werden.

Das Thema „Big Data“ spielt auch nach dem Ausbruch der Krankheit noch eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Ausbreitung. Beispielsweise fördert die Regierung Chinas eine Handy-Applikation, mit dem die Nutzer feststellen können, ob sie in Kontakt mit jemanden waren, der mit dem Virus infiziert ist oder als Verdachtsfall gilt. Hierzu werden die Bewegungsdaten der Nutzer mit den Aufenthaltsorten von Infizierten abgeglichen. Mit Hilfe der Bewegungsdaten konnte auch der voraussichtliche Ursprung der Epidemie, ein Markt für Wildtiere in der Stadt Wuhan, identifiziert werden.

Doch wie helfen Bewegungsdaten den Bürgern in Österreich und schlussendlich den Bewohnern des Bezirk Kitzbühels? Durch gezielte Analyse von Flugrouten und Menschenströmen kann eine erhöhte Infektionswahrscheinlichkeit in anderen Ländern der Welt vermutet werden und folglich kann ein Staat vorkehrende Maßnahmen treffen. Die ist aktuell zwischen Österreich und Italien der Fall. Durch die vermehrten Infektionsfälle in Norditalien ist speziell der Grenzübergang am Brenner im Fokus der Landesregierung und der Verkehrsbetriebe. 

So bleibt abzuwarten, wie die Ausbreitung fortschreitet und ob sich die Epidemie auch im Bezirk weiterverbreitet. Schlussendlich kann jeder seinen Beitrag dazu leisten, indem er die Verhaltensregeln befolgt. Aber eins steht fest, nach all den Datenmissbräuchen der Vergangenheit waren Daten selten so hilfreich und wurden für einen sinnvolleren Zweck verwendet.

Verhaltensregeln Hygiene Land Tirol:

  • Waschen Sie sich gründlich über 20 Sekunden die Hände mit Wasser und Seife! Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab. Dies gilt besonders dann, wenn Sie Kontakt zu Erkrankten hatten oder Gegenstände angefasst haben, die Erkrankte zuvor berührt haben könnten.
  • Berühren Sie so wenig wie möglich mit Ihren Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase.
  • Meiden Sie möglichst Händeschütteln und halten Sie Abstand zu niesenden oder hustenden Personen.
  • Ist kein Einwegtaschentuch griffbereit, sollten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich ebenfalls dabei von anderen Personen abwenden.
  • Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit engen Kontakt zu Erkrankten, auch im häuslichen Umfeld.
  • Bleiben Sie bei Krankheitssymptomen zu Hause!